Wenn sich Dateien nur sehr langsam öffnen oder das Speichern von Daten ungewöhnlich lange dauert, stehen Administratoren meist vor einer schwierigen Aufgabe. Nicht immer lässt sich das Problem sofort durch den Austausch augenscheinlich defekter Geräte beseitigen. Manchmal ist eine langwierige, genaue Analyse der Netzwerkverbindungen nötig um das Problem nach und nach einzugrenzen.


 

Datendurchsatz messen mit NETIO

Das Tool NETIO Benchmark von Kai Uwe Rommel leistet bei dieser (teilweise durchaus schweißtreibenden) Arbeit sehr gute Dienste. Dabei misst das Programm den Datendurchsatz zwischen zwei Clients im Netzwerk (Windows, Linux, Unix oder OS/2). Dabei übernimmt ein Client die Aufgabe des Servers, der andere die des Clients. Gestartet wird das Tool jeweils in der Kommandozeile, wo auch unmittelbar die Ergebnisse abgelesen werden können.

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Liegt eine Störung vor, beispielsweise eine nicht unerhebliche Wartezeit beim Öffnen von größeren Office-Dateien, beginnt man die Suche meist dort, wo diese Störung gemeldet wurde (natürlich erst, nachdem Hardwareprobleme mit dem Server oder dem Client ausgeschlossen wurden). Der NETIO-Server sollte dann auf dem Server gestartet werden, auf dem die benötigten Dateien gespeichert sind, der NETIO-Client auf einem Notebook, dass man an dem Ort aufstellt, an dem die Probleme auftreten. Das Ergebnis liefert dann die ersten Rückschlüsse darüber, ob zwischen den beiden Standorten tatsächlich ein Problem mit der Bandbreite vorliegt.

Netzwerkprobleme eingrenzen

Sollten die gemessenen Durchsatzraten tatsächlich nicht im normalen Bereich liegen, sollte man den Abstand zwischen Server und Client verkleinern, indem man mit dem Client eine Netzwerkschnittstelle weiter an den Server heranrückt. Dies kann beispielsweise der nächste Switch oder Router sein. Nun misst man den Datendurchsatz erneut und kann anhand der Ergebnisse erkennen, ob sich die Werte verbessern oder nicht. Auf diese Weise kann die Ursache immer weiter eingegrenzt werden, bis man schließlich das verursachende Gerät ausfindig macht.

Vorher und Nachher – Die unterschiedlichen Durchsatzraten werden mit NETIO Benchmark besonders deutlich.

Im obigen Beispiel lag die Ursache beispielsweise in der falschen Konfiguration eines Switches, bzw. eines Ports an dem Switch. Das Problem wurde auf eine bestimmte Verbindung zwischen zwei Switches eingegrenzt – letztlich war eine fehlerhafte Konfiguration des Duplex-Modus ursächlich für die schwachen Verbindungsraten. Ebenso hätte es aber auch ein defektes Kabel sein können. Kleine Ursache, große Wirkung, die aber mit NETIO Benchmark schnell aufgespürt werden kann.

Das nützliche Tool ist für die private Nutzung und für Lehrzwecke kostenlos verfügbar. Weitere Informationen sowie der Downloadlink unter http://www.ars.de/ars/ars.nsf/docs/netio.



Letzte Aktualisierung am 29.05.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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