Laptop statt Lupe: Die Arbeitswelt von Detektiven heute

Der Beruf des Privatdetektives hat bis heute einen ganz besonderen Charm. Den Detektiv umgibt eine Aura des Mystischen, Erhabenen und Unnahbaren. Detektive sind romantisierte Charaktere aus Romanen, Filmen und dem Fernsehen. Wenn wir an einen Detektiv denken, dann haben wir direkt ein Bild mit Lupe, Pfeife und einen Deerstalker-Hut vor Augen. Ganz klar, Sherlock Holmes. Oder wir denken an einen unordentlichen, leicht begriffsstutzigen Menschen vor wie Columbo. Es gibt unzählige berühmte Detektive – aber nie hat die Arbeitswelt eines echtes Detektives mit den Geschichten von ihnen viel zu tun.

Wie arbeiten echte Detektive?

Schon lange ist weder eine Lupe noch eine Pfeife das wichtigste Arbeitsmittel eines Detektives. Das einzige was einen echten Detektiv mit Sherlock Holmes verbindet, ist die ausgezeichnete Kombinationsgabe, die er braucht, um seine Arbeit zu machen. Auch die Bilder moderner Detektive aus Filmen sind nicht besonders nah an der Realität von heute dran. Überhaupt, die Bilder von Privatdetektiven, die in der Unterwelt mit einem Revolver ermitteln oder sich wilde Verfolgungsjagden durch verregnete Straßen liefern, waren noch nie besonders nah dran an der Wirklichkeit.

Heute ist vor allem der Computer das wichtigste Arbeitsmittel eines Detektives. Wie in anderen Berufen auch, kommen Detektive heute nicht mehr ohne das Internet aus. Denn das Internet und Social Media sind für Detektive schier unendliche Informationsquellen. Nie zuvor konnten Privatdetektive so viele Informationen von ihrem Schreibtisch aus einholen, systematisieren und analysieren, bevor sie mit ihren Ermittlungen in der Welt außerhalb ihres Büros begannen.

Vor allem Social Media ist für Detektive ungemein nützlich. Früher mussten sie oft lange auf ihre Zielperson warten, nur um ein Foto zu machen – heute reicht eine kurze Social Media Recherche aus. Auf Social Media lässt sich auch herausfinden, welche Freundschaften und Bekanntschaften Personen haben – wichtige Informationen für Privatdetektive.

Die Fotografie gehört bis heute zur Grundausstattung

Das zweite wichtige Arbeitsgerät von Privatdetektiven ist eine Fotokamera. Kein Detektiv kann ohne eine moderne, hochauflösende Spiegelreflexkamera und ein starkes, lichtempfindliches Objektiv arbeiten.

Aber darüber hinaus sind Fotoapparate heute auch noch wichtige Arbeitsmittel für Detektive, obwohl es Smartphones gibt. Denn immer wieder müssen Detektive in der Lage dazu sein, unauffällig Fotos zu machen. Deswegen haben viele Detektive Fotoapparate, die direkt aus einem James-Bond-Film kommen könnten. So lassen sich Kameras problemlos in Feuerzeugen, Brillen oder Schmuck verstecken, sodass man für ein schnelles Foto nicht mal das Smartphone zücken muss, weiß ein Detektiv aus Heilbronn.

Wie wird man Detektiv?

Es gibt in Deutschland keine offizielle Ausbildung zum Detektiv. Wer seine Karriere als Detektiv starten möchte, der kann sich an eine Detektei wenden, die Detektive ausbildet. Der Dachverband der Detekteien hat für Ausbildungen Richtlinien festgelegt, die aber nicht rechtlich bindend sind.

Andere Möglichkeiten Detektiv zu werden sind beispielsweise ein Studium der Kriminalistik oder ein Quereinstieg aus einer anderen, verwandten Branche, etwa dem Sicherheitsgewerbe.

Aber in Deutschland verdienen Detektive oft nicht besonders gut. Ein Detektiv kann selten auf ein Einstiegsgehalt von mehr als 2000 Euro netto hoffen. Wer freiberuflich arbeitet kann mit Stundenlöhnen von nicht mehr als 100 Euro rechnen, meistens sind eher Löhne von 70 Euro pro Stunde üblich.

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