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Im Alltag vergessen wir oft, dass unser Gehirn trainiert werden muss. Beschäftigen wir uns immer mit denselben Dingen und stimulieren wir es nicht, fordern wir es nur einseitig. Daher habe ich mir die besten Optionen und Spiele angesehen, mit denen man das Gehirn trainieren kann. Ich habe dann die, die mir am besten erschienen, herausgesucht und stelle sie euch hier vor.

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Schach

Adriaan de Groot (1914-2006) war ein niederländischer Psychologe und professioneller Schachspieler, der das Denken von Schachspielern untersuchte. Eine seiner Entdeckungen war, dass Schachmeister ein unglaublich gutes Gedächtnis haben, wenn es darum geht, sich an Muster auf dem Schachbrett zu erinnern. Sie könnten sich an eine große Anzahl von Positionen aller Figuren nach nur einem kurzen Blick erinnern, schreibt die britische Zeitung The Guardian.

Die meisten Menschen benutzen vor allem eine Seite ihres Gehirns. Eine amerikanische Studie ergab, dass Schachspieler beide Seiten verwenden. Sie benutzten die rechte Seite, die für visuelle Dinge und Kreativität zuständig ist, um Muster aus vergangenen Spielen zu erkennen, und die linke Seite, die für analytisches Denken verantwortlich ist, um den nächsten Schritt zu planen. Durch Üben trainieren Spieler beide Seiten des Gehirns, was ihr Denkvermögen steigert.

Schach hat viele Vorteile. Ganz einfach ausgedrückt versuchen Spieler erfolgreich ein Problem zu lösen um zu gewinnen. Schachspieler entwickeln mentale Fähigkeiten, die Planung, Analyse, Evaluation, Konzentration, kritisches Denken und vieles weitere enthalten.

Auch Schachmeister müssen ihr Gehirn trainieren. Sie üben täglich stundenlang, ob bei einem Turnier oder bei einem online Schachspiel.

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Puzzle, Kreuzworträtsel und Sudoku

Puzzle für Erwachsene sind zum Trend geworden. Sie machen nicht nur Spaß, sondern wirken auch entspannend. Dabei hat man ein schönes Bild vor Augen, was die Entspannung weiter steigert. Kreuzworträsel haben ebenfalls ihre Vorteile: Eine Untersuchung von E. J. Meinze deutet daraufhin, dass das Lösen von Kreuzworträtseln bei älteren Menschen gegen Gedächtnisverlust wirken kann.

Ein weiteres beliebtes Spiel, das das Gehirn fördert, ist Sudoku. Sudoku ist ein beliebtes Logik- und Zahlenrätsel, bei dem, ähnlich wie bei einem Kreuzworträtsel, Zahlen in leeren Feldern ergänzt werden müssen. Frühe Versionen waren die lateinischen Quadrate vom Mathematiker Leonhard Euler (1707–1783). Sudoku trainiert das Gehirn und soll das Gedächtnis im Alter vor der Alzheimer-Krankheit schützen. Die Alzheimer’s Association in den USA nennt Sudoku als Vorbeugung gegen die Krankheit.

Quiz

Ein Quiz zu beantworten braucht normalerweise nur ein paar Minuten. Doch die Vorteile sind überzeugend. Eine private Untersuchung hat ergeben, dass Quizfragen die Schreib- und Lesefähigkeiten von Kindern mit Gehirnschädigung verbessern konnten. Es gibt ein großes, umfangreiches Angebot von Quizfragen im Internet und natürlich auch Apps. Darunter befinden sich bekannte Spiele wie Jeopardy! und Trivia.

Quizfragen erlauben außerdem eine erhöhte Konzentration, da sich der Befragte auf einige wenige Antworten konzentrieren muss.

Kartenspiele

Viele Leute spielen gerne Karten. Ob in der gemütlichen Runde mit Freunden oder auf dem Familienausflug – Kartenspiele kommen in der Gruppe fast immer gut an. Die Deutschen spielen am liebsten Rommé (17% aus 1000 gaben bei einer Umfrage an, dass Rommé zu ihrem Lieblingskartenspiel zählt). Blackjack ist ebenfalls in Deutschland sehr beliebt.

Blackjack gilt als das Spiel der Wahrscheinlichkeiten. Es gibt verschiedene Strategien, die angewendet werden können, bei denen die Gewinnwahrscheinlichkeit berechnet werden kann. Es wird also berechnet wie wahrscheinlich es ist, dass man nach dem Ziehen der nächsten Karte einen größeren Wert als 21 in der Hand hält und somit die richtige Strategie gewählt werden kann. Die Wahrscheinlichkeit unterscheidet sich natürlich je nach Anzahl der Kartendecks. Wird mit mehreren Decks gespielt – im Casino werden normalerweise 6-8 Decks verwendet – verringert oder erhöht sich die Chance auf den Sieg. Generell bringen weniger Decks dem Spieler bessere Chancen ein. Es geht im Spiel vor allem darum, sich eine weitere Karte geben zu lassen (hit) oder nicht. Wie bei einer Quizfrage wird die Konzentration auf das Wesentliche verschärft. Eine Studie vom Psychologen am Colorado College, Kevin Holmes verfolgte die Augenbewegungen der Spieler bei guten Karten. Er fand heraus, dass der Blick nach rechts geht, wenn besonders gute Karten gezogen wurden, und nach links, wenn keine guten erhalten wurden. Gute Spieler müssen vergangene Karten im Kopf behalten können und dabei die ganze Zeit über die Gesamtsumme der Karten in ihrer Hand im Gedächtnis bewahren.

Wir lernen ständig dazu, egal ob wir Kartenspielen oder Lesen. Trainieren wir unser Gehirn aber gezielt, können wir Resultate erwarten, die uns im Alltag das Leben erleichtern können. Laut dem Arzt, Dr. Stephen Simpson, erschaffen wir bei regelmäßiger Ausübung einer Aktivität neue Nervenbahnen. Wenn wir sehr oft eine kleine Anzahl von Nervenbahnen verwenden, lernen die Zellen im Gehirn, sich anzupassen. Unser Gehirn zu schulen sollte daher zur Selbstverständlichkeit werden. Nicht nur erleichtert es unser Denken, es kann auch gegen Krankheiten im Alter, wie der Alzheimer-Krankheit vorbeugen.

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, Gehirntraining zu betreiben und das mit alltäglichen Spielen und Methoden. Eine weitere Möglichkeit das Gehirn zu schulen, ist ganz einfach Disziplin anzuwenden. Dabei hilft zum Beispiel die Planung von Aufgaben. Das schafft nicht nur Ordnung im Leben, sondern hilft auch dabei, dem Gehirn beizubringen, etwas regelmäßig durchzuführen. Dadurch ordnet sich auch das Denken und es entsteht sogar Selbstbewusstsein. Für die Aufgabenplanung gibt es viele gute und hilfreiche Softwareangebote, die das Organisieren leichter machen können. Die Möglichkeiten, mit denen das Gehirn trainiert werden kann, stehen reichlich zur Verfügung – man muss sich nur umsehen.

Mach es so, wie es Dir Spaß macht. Schließlich möchtest Du diese Übungen ja langfristig anwenden. Spielst Du am liebsten online, dann tu das. Gehst Du am liebsten in den Park und spielst dort Schach, dann mach, was Dir am besten liegt. Ob Kartenspiele, ein Quiz, Schach oder Puzzle, Kreuzworträtsel und Sudoku – achte darauf, dass es Dich interessiert und Dir Freude bringt. Es gibt so viele Möglichkeiten, durch die wir unser Gehirn trainieren können. Wenn es Spaß macht, umso besser!

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