Das moderne Computerzeitalter hat eine regelrechte Revolution auf allen Ebenen der Gesellschaft ausgelöst. In der Geschäftswelt werden viele Abläufe, die einst nur manuell erledigt werden konnten, heutzutage wie selbstverständlich von Computern übernommen. Hierzu zählen z.B. die  vielen Softwareprogramme für Buchführung. Besonders trifft dies auch auf den Hightech-Sektor und seine vielfachen Start-ups zu, die alle mit modernsten Computern arbeiten müssen. Der digitale Wandel hat aber nicht nur die Geschäftswelt verändert, sondern auch den Alltag von Menschen erleichtert. Smartphones dienen uns als tagtägliche Begleiter und praktische Alleskönner. Einer der besten Aspekte dieser technisierten Welt könnte jedoch die Vielzahl an neu hinzugekommenen Freizeitmöglichkeiten sein. Der Gamingsektor boomt und auch traditionelle Spiele wie Poker erleben eine goldene Ära. Wie das möglich ist und wie die beiden Dinge miteinander zusammenhängen, erkläre ich euch hier.

'Dealerin wartet am Pokertisch' via Pixabay

‘Dealerin wartet am Pokertisch’ via Pixabay

Die Faszination von Gaming und Poker

Ob Kind oder Erwachsener: Menschen spielen seit jeher die verschiedensten Arten von Spielen. Doch woran liegt das eigentlich? Der Spieldrang ist ganz fest in der menschlichen Natur verwurzelt. Von Kindesbeinen an hilft uns ein spielerischer Wettbewerb dabei, unsere Grenzen zu erforschen und unsere Limits zu erweitern. Der Wettbewerbsgedanke und der Drang, zu gewinnen, begleitet einen jedoch ein Leben lang – weshalb Spiele einen sicheren Ort darstellen, dies ohne Risiko tun zu können. Dies hilft einem dabei, Erfahrungen zu sammeln, aus denen man lernen und mental wachsen kann.

Der Poker hat seine Wurzeln in den USA des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, die in der die USA oftmals mit dem „Wilden Westen“ gleichgesetzt wurden. Der Abenteuergeist, der Nervenkitzel und der Drang, Neues zu erkunden, prägten diese Ära besonders. In dem Geiste dieser Ära wurde das Pokerspiel erfunden. Der psychologische Aspekt macht einen der wichtigsten Elemente des Spiels aus: Man muss seine Mitspieler im Auge behalten, ihre Gestik und Mimik lesen und selbst aufpassen, nicht durchschaut zu werden. Kaum ein anderes Spiel schafft es, menschliche Disziplin so gut auf die Probe zu stellen, wie der Poker.

​​Die Entstehung des Internets ermöglichte eine Globalisierung des Gamings. So hatten Spieler aus aller Welt auf einmal die Möglichkeit, in großen Onlinewelten gegeneinander antreten zu können. Die MMORPGs machten hier den Anfang. Online spielen ist heutzutage aber nicht mehr nur den MMORPGs vorbehalten. Game Designer bauen nun gezielt Multiplayerfeatures ein: Damit findet man flächendeckend in Shooter- und Strategiespielen oder auch Simulationen einen Onlinefokus oder zumindest einen Coop-Modus. Auch der Poker profitierte davon, da Fans und Interessierte sich durch das Web einfacher in Communitys organisieren konnten und damit in der Lage waren, sich zu vernetzen.

Moderne Spiele und Poker Apps

Es ist der Mikroelektronik zu verdanken, dass leistungsstarke Technologien in den letzten Jahren immer handlicher werden konnten. Dadurch wurden die Smartphones nicht nur immer kompakter, sondern bekamen auch immer mehr Features. Durch den Aufstieg der Smartphones wurde die Entwicklung von Spieleapps regelrecht beflügelt, weshalb man diese heute in allen möglichen Kategorien finden kann. So gibt es einfache Casual Games wie „Candy Crush Saga“ oder Neuauflagen von Tetris, aber auch Strategiespiele wie Clash of Clans, Vikings: War of Clans oder mobile MMOs wie “Lineage Revolution”. Millionen von Menschen weltweit greifen auf diese Spiele zu. Einer der stärksten Pluspunkte ist ihre Flexibilität, da man mit ihnen von überall aus spielen kann, ohne auf einen PC oder eine Konsole angewiesen zu sein.

Es ist daher keine Überraschung, dass der Poker es nicht nur in die Onlinewelt geschafft hat, sondern auch in Form von Spieleapps gefunden werden kann. Der Gedanke mag zuerst verwunderlich erscheinen, denn wie soll ein Tischspiel wie Poker über den kleinen Bildschirm laufen? Die Antwort ist aber recht einfach und heißt Optimierung. Das Design ist für Tablets und Smartphones angepasst und ermöglicht eine einwandfreie Spielerfahrung – “on the go” wenn man das wünscht. Hinzu kommt, dass einer der größten Vorteile dieser Apps ihre Übersichtlichkeit ist. Hier kann man Poker spielen und seine Kasse im Auge behalten, sich aussuchen, ob man bei Cashspielen oder Turnieren mitmacht und aus einer Vielzahl von Pokervarianten wie Texas Holdem oder Snap wählen.

Wer sich mit dem Pokerspiel auseinandersetzt, weiß, dass das Kartenspiel hoch kompetitiv ist. Aus diesem Grunde finden rund um die Welt auch unzählige Turniere wie die “World Series of Poker” statt. Diese Wettbewerbsfähigkeit sorgt dafür, dass das Spiel auch mit den Anforderungen des 21. Jahrhunderts mithalten kann. In E-Sport-Turnieren werden moderne Spiele wie “Dota 2” oder “Hearthstone” ausgetragen. Bei diesen Spielen ist ein Höchstmaß an Disziplin erforderlich, schnelle Reaktionszeiten sind ein Muss und das Wissen, wann es Zeit zum Handeln ist. Dies ist beim Poker nicht anders. Hier muss man schnell in der Lage sein, auf Veränderungen zu reagieren und auch ein Gefühl dafür entwickeln, wann man setzten oder auch aussteigen sollte.

'Pokerspieler betrachtet seine Hand' via Pixabay

‘Pokerspieler betrachtet seine Hand’ via Pixabay

Mehr als nur ein Spiel – Poker ist vielfältig

Es gibt Spiele, die nach einer Zeit sehr repetitiv werden können. Beim Poker ist dies nicht möglich. Hier finden sich verschiedene Varianten zu den drei Hauptarten des Spiels, dem Draw-Poker, Stud-Poker und Spit-Poker. Das berühmte Texas Holdem gehört zum Beispiel zum Spit-Poker, denn dieser zeichnet sich dadurch aus, dass in der Mitte des Tisches offene Karten liegen. Bei den Stud-Poker-Varianten hält man gar keine Karten in der Hand und Draw-Poker-Varianten wie das Fünf-Karten-Draw zeichnen sich dadurch aus, dass Karten nach jeder Setzrunde ausgetauscht werden können.

Doch Poker ist nicht nur vielfältig in Form all seiner Varianten. Das Spiel hat auch einen großen kulturellen Einfluss ausgeübt.  Man kennt die klassischen Westernfilme, bei denen in verrauchten Saloons gepokert wird. Das Kartenspiel wurde hier zu einem Sinnbild für Abenteuerlust und Nervenkitzel. Genau dieses Gefühl wird auch in modernen Filmen aufgegriffen. Im James-Bond-Film “Casino Royale” gibt es eine Pokerszene mit dem berühmten britischen Agenten. Die Oceans-Trilogie befasst sich ebenfalls mit dem Spiel. Hier will eine Gruppe um George Clooney einen legendären Casinoraub durchziehen. In der Filmkomödie “The Grand” möchte der Sohn eines verstorbenen Casinobesitzers ein Pokerturnier gewinnen, um die Übernahme durch einen Investor zu verhindern.

Vielleicht vertreten manche die Ansicht, dass Poker kein produktives Hobby darstellt, von dem die Gesellschaft als Ganzes profitieren kann, so wie dies bei anderen Sportarten der Fall ist. Dies ist allerding nicht wahr. Man sehe sich nur den positiven wirtschaftlichen Einfluss des Spiels an: Weltweit werden über fünf Milliarden US-Dollar umgesetzt, woraus wiederum über eine Milliarde US-Dollar an Steuereinnahmen resultieren. Hinzu kommt die Schaffung von über 100.000 Jobs im Real- und Onlinepoker. Ähnlich verhält sich der Nutzen übrigens beim E-Sport, der komplett neue Arbeitsplätze geschaffen hat.

Man kann also sagen, dass der Poker es geschafft hat, sich neu zu erfinden und mit der Zeit zu gehen und trotzdem seinen Charme nicht zu verlieren – und das schon seit Wild-West Zeiten.

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